Ausgangslage und Zielsetzung

Die CO2-Intensität, das heisst die CO2-Emissionen pro kWh des eingesetzten Stroms, ist eine wichtige Eingangsgrösse in Ökobilanzen. Der entsprechende Kennwert ist aber auch energiepolitisch von Bedeutung und stellt sich in Bezug auf die Erneuerung des inländischen Kraftwerkparks versus eines teilweisen Imports von Strom und in Bezug auf den ökologischen Vergleich verschiedener Energieanwendungen wie z.B. Fahrzeuge (Elektrofahrzeuge vs. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren) oder Heizsysteme, insbesondere zwischen fossilen und erneuerbaren Heizanlangen und Elektro-Wärmepumpen (WP).

Mit Verweis auf die Stromproduktion in der Schweiz wird oft von einem CO2-freien Strommix ausgegangen. Aufgrund der Ausgangslage eines intensiven Stromaustausches zwischen der Schweiz und dem Ausland ist jedoch eine differenziertere Betrachtung erforderlich. Vor dem Hintergrund einer zum Teil intransparenten Datenlage hatte die vorliegende Studie zum Ziel, Grundlagen zur angesprochenen Thematik zu liefern und die CO2-Intensität des Stromabsatzes an Schweizer Endkunden zu ermitteln. Die CO2-Intensität wurde für folgende Fälle bestimmt:

  • für eine gegenwartsbezogene Durchschnittsbetrachtung
  • in tages- und jahreszeitlicher Differenzierung
  • für eine zukunftsgerichtete Grenzbetrachtung
  • für ein durchschnittliches Nachfrageprofil und ein spezifisches Heizungsprofil
  • für Bezüger von zertifiziertem Ökostrom und die übrigen Bezüger (so genannter Normalstrom)

Vorgehen

Entsprechend der Fragestellung und der Datenlage kamen unterschiedliche Methoden zur Anwendung, welche sich zum Teil ergänzen und zum Teil überlappen und damit Quervergleiche ermöglichen.

Gegenwartsbezogene Durchschnittsbetrachtung

Für die gegenwartsbezogene Durchschnittsbetrachtung kamen zwei Methoden zur Anwendung.

Zum einen wurde die Herkunft des Stroms gemäss Herkunftsnachweis (HKN) analysiert. Der Einfluss, welcher der relativ hohe Anteil von rund 21% Strom aus unbekannten Energiequellen auf die CO2-Intensität hat, wurde explorativ aufgezeigt.

Zum anderen wurden die verfügbaren Daten zum Stromaustausch zwischen der Schweiz und dem Ausland und zur Stromerzeugungsstruktur ausgewertet. Die grenzüberschreitenden Stromflüsse und die damit verbundenen CO2-Emissionen wurden gemäss drei von vier grundsätzlich möglichen Methoden bilanziert. Aussen vor gelassen wurde dabei der zwar oft verwendete, aber nicht realistische Ansatz, die Zusammensetzung des Stromkonsums mit dem Produktionsmix gleichzusetzen.